Aktualisierung der deutschen Kassensicherungsverordnung auf Fiskaly V2

Gregor Materschläger
Gregor Materschläger
  • Aktualisiert

Neuerungen zu Fiskaly / Erweiterte Einführung

Im Jahr 2016 hat Deutschland ein Gesetz zum Schutz vor Manipulationen von elektronischen Aufzeichnungssystemen verabschiedet. Demnach muss die Kasse Sicherungsverordnung (§146 AO) bis spätestens 31. Dezember 2019 in Deutschland umgesetzt werden und bis zum 1. April 2021 müssen alle Aufzeichnungssysteme die Anforderungen der Kassensicherung Verordnung erfüllen. Dazu gehört auch die Einbindung einer sogenannten TSE (technische Sicherheitseinrichtung) in ein elektronisches Aufzeichnungssystem.

Die TSE zeichnet jeden Vorgang im Aufzeichnungssystem auf und diese Daten werden kryptografisch signiert. Dank dieser Signaturen ist es jederzeit möglich vorhandenen Daten manipuliert wurden. Die TSE ist somit die zentrale technische Komponente zur Sicherung der Grunddatensätze gegen nachträgliche Manipulation. Sie besteht aus drei Modulen / Teilkomponenten:

  • Sicherheitsmodul

  • Speichermedium

  • Einheitlichen digitale Schnittstelle.

Die detaillierten Anforderungen an diese Module wurden vom BSI erarbeitet und in technischen Richtlinien und Schutzprofilen veröffentlicht.

Die Anforderungen an das Sicherheitsmodul sind in einem technologie unabhängigen Schutzprofil nach ISO / IEC 15408 (Common Criteria, CC) definiert. Um diese Anforderungen zu erfüllen, müssen die Hersteller - der TSE, nicht der Kassen - ihre technischen Geräte durch das BSI zertifizieren lassen. Ziel der Zertifizierung ist es, ein einheitliches Mindestmaß an Vertrauen und Sicherheit von allen TSE und die Einhaltung der notwendigen Interoperabilitäts Anforderungen zu gewährleisten.Als technischen Partner in der Umsetzung dieser Kassensicherheitsverordnung haben wir das österreichische/deutsche Unternehmen fiskaly GmbH (https://fiskaly.com) gewählt.

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Abbildung. Grundstruktur der technischen Sicherheitseinrichtung [Quelle: BSI TR-03153]

 

 

Funktionale Anforderungen

Palisis ist in der Lage, diese Funktionalität für deutsche Kunden aufgrund einer Integration mit Fiskaly (www.fiskaly.com), einem Experten für Fiskalisierungslösungen, anzubieten.

Die TSE ist für alle Verkäufe erforderlich, die nicht über den elektronischen Handel abgewickelt werden, d.h. alle Verkäufe die an Geräten oder via Boxoffice getätigt werden, erfordern eine digitale Signatur. Wenn der Verkäufer sich ausloggt, sendet das Palisis-System Informationen über die Transaktion an eine TSE, das eine Signatur erstellt, die auf dem Ticket gedruckt wird.

 

TSE-Verwaltung

Die grundlegende Änderung für Sie als Kunde ist, dass jeder Palisis Account nur eine TSE hat.

Jedes Gerät, als auch das Backoffice, benötigt eine Registrierung als Client.

Die TSE für Ihren Account wird von Palisis angelegt. Bei diesem Prozess wird ein PIN Code zum erstellen der Clients generiert, den wir Ihnen mitteilen.

Es wird, wie auch schon bisher, eine monatlich Gebühr für die TSE und Clients berechnet. 

Deaktivierte TSE bzw. Clients können nicht einfach wieder aktiviert werden.

Für eine Wiederinbetriebnahme muss durch den Palisis Support ein neuer Client für die Kasse erstellt werden.

Was müssen Sie als Palisis Kunde tun?

 

Grundsätzliche Anforderungen und Einschränkungen:

 

  • Die Geräte müssen für diese Funktion auf dem neuesten Stand sein. Fiskaly funktioniert nur auf Geräten, auf denen die-id="71"Version 4.47.8 für Pidion Geräte und 4.51.9 für Adyen Geräte, oder höher, läuft.

  • Einmal aktiviert, kann Fiskaly nicht ein- und ausgeschaltet werden.

  • Es gibt keinen Testmodus im Live-System.

  • Buchungen können nicht aus dem Livesystem gelöscht/storniert werden.

  • Buchungen können nicht von der Tagesendabrechnung im Backoffice gelöscht/storniert werden.

 

Geräte Client ID

Jedes Gerät benötigt eine eigene "Client Id", die direkt im Backoffice erstellt wird. Dies ist jedoch erst möglich nachdem die TSE erstellt und die Vorkonfiguration durch Palisis erfolgt ist.

Um die Client-ID zu erstellen, gehen Sie zu Verkaufskänale > POS/MPOS > Gerät Verwalten > Geräte > Gerät offnen.




 

Gehen Sie zum Tab „Fiskaly TSS & Client“. Das Feld für die Seriennummer ist entsprechend den Seriennummern in unserer Datenbank vorausgefüllt. Der Kunde muss überprüfen, ob es sich um die korrekte Seriennummer handelt. Es ist sehr wichtig, dass die eingegebene Seriennummer exakt mit der auf der Hardware vermerkten Nummer übereinstimmt! Klicken Sie hier für weitere Informationen, wie Sie die Seriennummer Ihrer Hardware finden. Klicken Sie auf die Schaltfläche „Fiskaly Client erstellen“.

 

Bitte beachten Sie, dass Sie die Aktion durch Eingabe der in einem vorherigen Schritt erstellten PIN-Nummer bestätigen müssen.

Anschließend wird der Client mit dem Status REGISTERED erstellt.

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Bearbeiten Steuersatz

 

Der Kunde muss überprüfen, ob der Mehrwertsteuersatz (MwSt.) korrekt konfiguriert ist: Gehen Sie zu Account > Steuern > Bearbeiten Steuersatz. Es gibt verschiedene Typen, wie folgt:

 

  • FISKALY_NORMAL

  • FISKALY_NULL

  • FISKALY_REDUCED_1

  • FISKALY_SPECIAL_RATE_1

  • FISKALY_SPEZIAL_RATE_2

Diese Blackbox-Typen entsprechen den unterschiedlichen Mehrwertsteuer-Typen in Deutschland.

Die Einträge der Mehrwertsteuersätze (Konto > Steuern > MwSt.-Sätze bearbeiten > MwSt.-Satz bearbeiten) müssen zudem den korrekten prozentualen Betrag gemäß den aktuellen deutschen Vorschriften aufweisen.

 

 

Für einen Preis (Setup > Produkte & Services > Preise > Preise bearbeiten):

 

 

Quittungen

Die Quittung ist eine zwingende Voraussetzung für alle Buchungen, daher muss allen Betriebslinien eine Quittung unter Setup > Produkte & Services > Produkte > Betriebslinien zugeordnet sein:

 

Es gibt einige Pflichtfelder, die auf einer Quittung gedruckt werden müssen. Die folgende Felder müssen manuell hinzugefügt werden, indem Sie zu Account > Vorlagen > Ticket-Layouts gehen:

 

  • Vollständiger Name und Adresse des Unternehmens. Hierfür kann ein Textblock verwendet werden.

  • Anzahl und Art der Dienstleistungen / Artikel. Hierfür kann ein Ticket-Block verwendet werden.

  • Bezahlung. Hierfür kann ein Zahlungsblock verwendet werden.

  • Steuer. Hierfür kann der VAT-Block verwendet werden.

  • Druckdatum → wird standardmässig am Ende des Belegs gedruckt

  • Uhrzeit des Transaktionsbeginns

  • Uhrzeit des Transaktionsendes

  • Seriennummer des unterzeichnenden TSE -> wird ebenfalls standardmässig am Ende des Tickets gedruckt